Warum wir beim Küssen und Umarmen eine Seite bevorzugen

Wenn sich zwei Menschen umarmen oder küssen, geschieht etwas fast Unbewusstes: Die meisten neigen ihren Kopf nach rechts. Diese leichte Drehung scheint kein Zufall zu sein, sondern Teil einer tieferliegenden menschlichen Vorliebe. Wie der Forscher Julian Packheiser feststellt, zeigt sich diese Seitentendenz auch in anderen alltäglichen Gesten – etwa beim Anlegen der rechten Hand zur Umarmung oder beim Wiegen von Babys im linken Arm.

Warum ist das so?

Ein möglicher Grund liegt bereits in der frühen Entwicklung. Studien deuten darauf hin, dass schon Säuglinge eine Neigung zeigen, sich nach rechts zu drehen, was auf eine ungleiche Verteilung von neuronalen Funktionen im Gehirn hindeutet. Die linke Gehirnhälfte, die für emotionale und soziale Reaktionen wichtig ist, steuert vor allem die rechte Körperseite. Deshalb könnte die rechte Seite intuitiv für Nähe und Zuneigung bevorzugt werden – beim Küssen, Umarmen oder auch beim Halten eines Kindes.

Doch nicht alle folgen dieser Regel. Manche Paare neigen automatisch nach links, andere wechseln je nach Situation. Dennoch bleibt die Rechtsneigung bei den meisten Menschen deutlich verbreitet. Es ist eine kleine, aber sichtbare Spur der Verbindung zwischen Körper und Gehirn, die zeigt, wie tief unsere Gewohnheiten verwurzelt sind – sogar in den zärtlichsten Momenten.

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