„Habe gekonnt“ oder „habe können“ – was ist richtig?

Die Frage, ob man „habe gekonnt“ oder „habe können“ sagt, bringt viele Deutschlernende durcheinander. Die Antwort liegt im Satzbau: Es hängt davon ab, ob das Verb „können“ alleine steht oder mit einem anderen Verb im Infinitiv kombiniert wird.

Wenn „können“ mit einem Vollverb im Infinitiv steht, bleibt es im Perfekt unverändert: „Ich habe das Meeting nicht vorbereiten können.“ Das gilt für alle Modalverben wie wollen, sollen, dürfen – sie bleiben im Infinitiv, wenn sie ein anderes Verb begleiten.

Doch wenn „können“ alleine steht – also ohne weiteres Verb –, braucht es das Partizip II: „Ich habe das nicht gekonnt.“ Das klingt für viele zunächst falsch, ist aber grammatikalisch korrekt. Dasselbe gilt für andere Modalverben: „Ich habe es nicht gewollt“, „Sie hat uns nicht helfen dürfen“.

Ein besonderer Fall ist „möchten“ – das ist kein echtes Modalverb, sondern eine höfliche Form von „wollen“. Deshalb sagt man: „Ich habe nicht gemocht“ – aber Achtung! Das bedeutet „Ich habe es nicht gemocht“ (keine Sympathie), nicht „Ich hätte gerne“. Richtig wäre hier: „Ich hätte gerne gekonnt“ – aber das ist dann Konjunktiv, nicht Perfekt.

Merke: Verb im Infinitiv dahinter? Dann bleibt „können“ unverändert. Steht es alleine? Dann heißt es „gekonnt“. Mit etwas Übung wird es ganz natürlich.

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