Habe gemacht oder hatte gemacht?

Die Frage, ob man „habe gemacht“ oder „hatte gemacht“ sagt, taucht oft im Zusammenhang mit der richtigen Zeitform im Deutschen auf. Im Standarddeutschen ist „ich hatte gemacht“ die korrekte Form des Plusquamperfekts – also eine Handlung in der Vergangenheit, die vor einer anderen vergangenen Handlung stattfand. Zum Beispiel: „Ich hatte die Aufgabe bereits gemacht, bevor der Lehrer danach fragte.“

Interessant wird es in einigen deutschen Dialekten oder regionalsprachlichen Gebieten, vor allem im Süden. Dort ist das Präteritum – also zum Beispiel „ich machte“ – oft aus der Alltagssprache verschwunden. Stattdessen wird fast ausschließlich das Perfekt verwendet: „Ich habe es gemacht.“ Doch was tut man, wenn man trotzdem eine vorhergehende Vergangenheit ausdrücken will?

Hier entsteht manchmal eine Ersatzkonstruktion: „Ich habe es gemacht gehabt.“ Diese Form ist umgangssprachlich und wird vor allem mündlich gebraucht. Auch wenn sie im strengen Sinne keine Standardsprache ist, ist sie in bestimmten Regionen gut verständlich und durchaus geläufig. Linguistisch gesehen ähnelt sie einem sogenannten „Ultra-Perfekt“ – einer über die normale Vergangenheit hinausreichenden Zeitform, die besonders betont, dass etwas schon lange abgeschlossen war.

Für den schriftlichen oder formellen Gebrauch bleibt jedoch „ich hatte gemacht“ die richtige Wahl. In der Umgangssprache vor Ort darf man aber ruhig mal „habe gemacht gehabt“ hören – und wissen, dass dahinter eine spannende sprachliche Entwicklung steckt.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen