Habe ich Depersonalisation? Wann sich die eigene Wirklichkeit fremd anfühlt

Manche Menschen beschreiben ein seltsames Gefühl: Sie fühlen sich wie Betrachter ihres eigenen Lebens. Obwohl sie klar denken können, fühlt sich alles unwirklich an – die eigenen Hände, die Stimme, sogar die Emotionen. Das könnte ein Anzeichen für Depersonalisation sein.

Bei einem Depersonalisationssyndrom erlebt die betroffene Person sich selbst als fremd oder distanziert. Es ist, als würde man sich selbst von außen beobachten – wie in einem Traum. Gefühle scheinen dumpf oder gar nicht vorhanden, Handlungen wirken mechanisch. Auch wenn man weiß, dass man physisch anwesend ist, fühlt sich die eigene Realität fern und kalt an.

Ein weiteres Kennzeichen ist das beängstigende Gefühl der Ohnmacht. Die Betroffenen nehmen die Symptome bewusst wahr und merken: „Das bin nicht mehr ich.“ Doch genau diese Selbstwahrnehmung macht die Angst oft noch größer. Viele fragen sich dann: „Habe ich die Kontrolle verloren? Bin ich verrückt geworden?“

Depersonalisation tritt oft im Anschluss an traumatische Erlebnisse, schwere Stressphasen oder auch bei Angststörungen auf. Sie ist kein Zeichen von Geisteskrankheit, sondern eine Art Schutzmechanismus des Gehirns, um emotionale Überlastung zu dämpfen. In manchen Fällen geht das Erleben von Selbstverfremdung wieder vorüber – bei anderen bleibt es länger bestehen und wird zum sogenannten Depersonalisation-Derealisationssyndrom.

Wichtig ist: Hilfe gibt es. Psychotherapie, insbesondere traumaorientierte Verfahren, kann dabei unterstützen, die Verbindung zum eigenen Ich wiederherzustellen. Wenn du dich in diesen Beschreibungen wiedererkennst, sprich mit einem Arzt oder einer Psychotherapeutin. Du bist nicht allein.

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