Warum ein Tag nicht mehr genau 24 Stunden hat

Wir denken oft, ein Tag dauert immer genau 24 Stunden – doch das stimmt so nicht ganz. Tatsächlich braucht die Erde im Durchschnitt etwa 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden, um sich einmal um ihre eigene Achse zu drehen. Dieser Zeitraum wird als „sternige Tageslänge“ bezeichnet.

Der klassische 24-Stunden-Tag, den wir im Alltag nutzen, beruht auf dem sogenannten mittleren Sonnentag. Er entsteht durch die Kombination der Erdrotation und der Bewegung der Erde um die Sonne. Doch selbst dieser Wert bleibt nicht konstant. Wissenschaftliche Messungen zeigen: Die Erde dreht sich an manchen Tagen minimal schneller oder langsamer – durch geologische Prozesse, das Gewicht von Eisdecken oder auch durch den Klimawandel.

Seit 2022 wurde beobachtet, dass die Erdrotation an einigen Tagen beschleunigte – ein seltener Vorgang. Solche Abweichungen sind winzig, oft nur Bruchteile von Sekunden, doch sie sind messbar. Deshalb führen Wissenschaftler die „koordinierte Weltzeit“ (UTC) mit sogenannten Schaltsekunden ein, um Atomuhren mit der Erdrotation in Einklang zu bringen.

Obwohl sich unser Kalender weiter auf 24 Stunden verlässt, ist die Zeit auf unserem Planeten doch ein wenig flexibler, als wir denken. Die Natur spielt manchmal eben nicht exakt nach Plan.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen