Mythen um Halloween: Wurden früher Kinder geopfert?

Um Halloween und den Ursprung des Festes ranken sich zahlreiche schaurige Legenden. Eine weitverbreitete Vorstellung ist, dass die alten Kelten damals Kinder geopfert hätten, um ihre Götter gnädig zu stimmen. Historiker und Archäologen sind sich jedoch einig: Diese drastischen Geschichten sind stark übertrieben und entbehren jeder Grundlage.

Zwar kannten viele antike Kulturen rituelle Opfergaben, doch lief das bei den Kelten völlig anders ab als in modernen Horrorfilmen. Wenn es zu Opferungen kam, handelte es sich meist um Freiwillige oder Kriegsgefangene, aber niemals um Kinder. Auch der oft genannte Totengott Samhain ist ein reines Produkt späterer Mythen. Ursprünglich bezeichnete Samhain lediglich das keltische Erntefest, das den Übergang vom Sommer in die dunkle Jahreshälfte markierte.

Die moderne Halloween-Tradition, wie wir sie heute mit verkleideten Kindern und geschnitzten Kürbissen feiern, hat mit diesen antiken Ritualen ohnehin kaum noch etwas zu tun. Sie ist vielmehr eine bunte Mischung aus alten europäischen Bräuchen und späteren Einwanderergeschichten, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind.

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