Mit 55 schuldenfrei wohnen – ist das realistisch?

Ein Leben ohne Miete oder Kreditbelastung klingt verlockend. Finanzexperten wie Stefan Looman raten dazu, spätestens mit 55 Jahren das eigene Haus vollständig abbezahlt zu haben. Das Ziel: im Alter keine monatlichen Belastungen mehr für die Immobilie tragen zu müssen und finanziell flexibler zu sein.

Warum gerade 55?

Die Idee dahinter ist einfach: In der zweiten Lebenshälfte sinkt oft das Einkommen – sei es durch Teilzeit oder vorzeitige Pension. Gleichzeitig nimmt die Lebenserwartung zu, was bedeutet, dass die Rente länger reichen muss. Wer dann noch Kreditraten zahlt, kann unter Druck geraten. Wer hingegen schuldenfrei wohnt, spart monatlich viel und kann das Geld anders nutzen – etwa für Reisen, Gesundheit oder die Unterstützung der Kinder.

Das bedeutet nicht, dass jeder mit 55 komplett schuldenfrei sein muss. Wer das nicht schafft, sollte zumindest anstreben, nur die Hälfte seiner finanziellen Mittel in die Immobilie zu stecken – die andere Hälfte für die Zukunft zurückzulegen. Flexibilität bleibt wichtig: Wer zu stark in sein Haus investiert, kann bei unerwarteten Lebensveränderungen in Schwierigkeiten geraten.

Ein realistischer Weg

In Deutschland ist es durchschnittlich noch unüblich, ein Haus so früh abzubezahlen. Viele Kredite laufen über 20 oder mehr Jahre. Doch mit Disziplin – etwa durch Sondertilgungen oder eine kürzere Laufzeit – lässt sich das Ziel erreichen. Wichtig ist vor allem: früh anfangen, planen und Prioritäten setzen.

Letztlich geht es nicht nur um Zahlen, sondern um Lebensqualität. Schuldenfreiheit im Alter gibt Sicherheit – und mehr Freiheit für das, was wirklich zählt.

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