Belgien führt 4-Tage-Woche per Gesetz ein

In Belgien ist es nun offiziell: Seit Anfang 2024 können Angestellte frei entscheiden, ob sie künftig nur noch vier Tage pro Woche arbeiten möchten – bei vollem Lohn und gleicher Arbeitsleistung. Das belgische Parlament hat ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, das Flexibilität in den Arbeitsalltag bringt, ohne dass Gehalt oder Karriere darunter leiden.

Freiwillig und flexibel
Die Regelung ist nicht zwingend, sondern gibt den Arbeitnehmern die Wahl. Wer möchte, kann weiterhin fünf Tage arbeiten, wer lieber mehr Freizeit hat, kann auf vier Tage wechseln. Die Arbeitsstunden müssen dann einfach auf weniger Tage verteilt werden – die Wochenarbeitszeit bleibt unverändert. Arbeitgeber können unter bestimmten Bedingungen eine Ablehnung begründen, etwa aus betrieblichen Gründen.

Belgien folgt damit einem europäischen Trend: In Ländern wie Island oder Neuseeland wurden ähnliche Modelle erfolgreich getestet, oft mit positiven Effekten auf Motivation, Gesundheit und Produktivität. In Deutschland hingegen bleibt die 4-Tage-Woche vorerst ein Experiment – einige Firmen testen sie, aber flächendeckend eingeführt ist sie noch nicht.

Kulturwechsel am Arbeitsplatz
Die neue Regelung in Belgien gilt als Meilenstein für moderne Arbeitsmodelle. Sie zeigt, dass mehr Freizeit und berufliche Leistung kein Widerspruch sein müssen. Wie sich das Modell langfristig auswirkt, wird die Praxis zeigen. Doch eines ist klar: Die Debatte über weniger Arbeitszeit bei vollem Lohn ist in Europa angekommen – und wird wohl auch hierzulande weiter an Bedeutung gewinnen.

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