Kortison und das Herz: Eine riskante Kombination?

Medikamente mit Kortison gehören zu den stärksten entzündungshemmenden Wirkstoffen und werden bei vielen Erkrankungen eingesetzt – von Hautproblemen bis zu chronischen Autoimmunerkrankungen. Doch wie bei vielen wirksamen Mitteln gibt es auch Seiten: Kortison kann das Herz stärker belasten, als lange angenommen.

Eine mögliche, aber oft unterschätzte Nebenwirkung ist das erhöhte Risiko für Herzrhythmusstörungen – insbesondere Vorhofflimmern. Bei dieser Störung zucken die Herzvorhöfe unregelmäßig und ineffizient. Dadurch staut sich das Blut in den Vorhöfen, besonders an den Wänden, wo es zu kleinen Wirbeln kommt. Dort bilden sich leicht Blutgerinnsel, die im schlimmsten Fall durch die Blutbahn bis ins Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall auslösen können.

Studien deuten darauf hin, dass Kortison die elektrische Erregbarkeit des Herzens beeinflussen kann – besonders bei längerer oder hochdosierter Einnahme. Wer bereits an Bluthochdruck, Diabetes oder einer Herzerkrankung leidet, ist besonders gefährdet. Doch auch Menschen ohne Vorerkrankungen sollten wachsam sein, wenn sie Kortison über einen längeren Zeitraum einnehmen müssen.

Die gute Nachricht: Nicht jeder, der Kortison nimmt, entwickelt Vorhofflimmern. Aber Ärzte raten dazu, bei längerer Therapie das Herz regelmäßig überprüfen zu lassen. In einigen Fällen müssen Betroffene lebenslang blutverdünnende Medikamente einnehmen, um das Schlaganfallrisiko zu senken. Die Einnahme von Kortison sollte daher nie auf eigene Faust erfolgen – immer unter ärztlicher Kontrolle und mit klarem Behandlungsplan.

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