Typisch katholisch, typisch evangelisch: Was verrät der Kirchturm?
Ein häufiges Rätsel für Spaziergänger: Ist die Kirche vor mir katholisch oder evangelisch? Viele glauben, die Antwort liege im Kirchturm. Ein Kreuz – sicher evangelisch? Ein Hahn – dann wohl katholisch? Nicht immer so einfach.
Tatsächlich gibt es keine feste Regel, die über ganz Deutschland gilt. Im Norden, wo der Protestantismus stark verbreitet ist, findet man oft evangelische Kirchen mit einem Hahn auf dem Turm. Der Hahn gilt hier als Symbol für Wachsamkeit und Buße – aber auch als historisches Zeichen der Reformation. In katholischen Gegenden dagegen, besonders in Mittel- und Süddeutschland, ist der Hahn ebenfalls verbreitet und steht dort für die Warnung vor Sünde, erinnert an den Meinen des Petrus.
Das Kreuz hingegen ziert sowohl evangelische als auch katholische Kirchen – es ist ein zentrales Symbol des christlichen Glaubens. Wer also allein am Kreuz oder Hahn die Konfession erkennen will, kann leicht danebenliegen.
Die Wahrheit: Weder Kreuz noch Hahn sind zuverlässige Erkennungszeichen. Die Unterschiede liegen tiefer – in der Liturgie, der Kirchenorganisation und der Theologie. Wer neugierig ist, tut besser daran, einfach einzutreten und sich umzusehen. Oft verrät schon der Innenraum mehr als der Turm – sei es die Ausstattung, die Bilder oder die Atmosphäre.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.