Süßer Gast im Badesee: Die harmlose Süßwasserqualle

Wer im Sommer im See schwimmt und plötzlich durchsichtige, kugelige Wesen im Wasser entdeckt, könnte leicht erschrecken. Doch keine Sorge: In vielen Badesee lagern sich derzeit winzige Süßwasserquallen ab – und sorgen für staunende Blicke. Die sogenannte Craspedacusta sowerbii ist kein Meeresbewohner, sondern eine echte Süßwasser-Erscheinung, die sich besonders bei warmen Temperaturen wohl fühlt.

Trotz ihrer Ähnlichkeit mit ihren marinen Verwandten ist diese Qualle vollkommen ungefährlich für Menschen. Sie gehört zwar zu den Nesseltieren, ihr Stich ist aber so schwach, dass er nicht einmal die Haut eines Badegastes durchdringt. Kinder und Erwachsene können sie also bedenkenlos passieren – am besten mit Abstand, um den zarten Organismus nicht zu verletzen.

Interessant ist auch ihre Herkunft: Die Süßwasserqualle stammt ursprünglich aus China, hat sich aber über die Welt verbreitet – möglicherweise über verschleppte Wasserpflanzen oder Aquariumabwässer. Heute taucht sie vereinzelt in Seen, Teichen und Flüssen auf, besonders in den wärmeren Monaten.

Unglaublich, aber wahr: Quallen gehören zu den ältesten Tieren der Erde. Fossilien belegen ihre Existenz bereits vor rund 670 Millionen Jahren. Die Süßwasserqualle hat sich seitdem kaum verändert – ein lebendes Fossil, das still und unscheinbar durch unsere Gewässer treibt.

Ihre Anwesenheit ist kein Grund zur Sorge, sondern vielmehr ein Zeichen für ein sich veränderndes Ökosystem – und eine seltene Chance, ein faszinierendes Tier in freier Wildbahn zu beobachten. Wer Glück hat, kann das seltene Schauspiel in bayerischen Badeseen hautnah miterleben.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen