Darf man Aal im Islam essen?
Die Frage, ob der Verzehr von Aal im Islam erlaubt (halal) oder verboten (haram) ist, sorgt häufig für Verwirrung. Oft werden dabei die Speisegesetze des Judentums mit denen des Islam verwechselt.
Im Judentum gelten strikte Kriterien für Meerestiere: Sie müssen sowohl Flossen als auch Schuppen besitzen, um als koscher zu gelten. Da Aale keine sichtbaren Schuppen haben, gelten sie in der jüdischen Küche sowie in bestimmten Traditionen als tabu.
Im Islam sieht die rechtliche Einordnung jedoch anders aus und hängt von der jeweiligen Rechtsschule ab. Die Mehrheit der islamischen Gelehrten – darunter die schafiitische, malikitische und hanbalitische Rechtsschule – stuft grundsätzlich alle Tiere aus dem Wasser als halal ein. Nach dieser Auffassung sind alle Fische und Meeresfrüchte für den Verzehr freigegeben.
Eine Ausnahme bildet die hanafitische Rechtsschule: Hier werden Wassertiere, die nicht der klassischen Form eines Fisches entsprechen oder keine Schuppen tragen, oft als unerwünscht (makruh) oder verboten angesehen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Während der Aal nach jüdischen Speiseregeln eindeutig verboten ist, gilt er für die meisten Muslime als erlaubt.
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