Wie steht es um Glyphosat in Frankreich?

Die Diskussion um das umstrittene Pestizid Glyphosat bleibt in Frankreich ein heikles Thema. Zwar hatte Frankreichs Regierung 2017 noch gegen die EU-weite Wiederzulassung von Glyphosat gestimmt, was als klares Zeichen für einen geplanten Ausstieg galt. Kurz danach kündigte Präsident Emmanuel Macron an, das Herbizid innerhalb von spätestens drei Jahren verbieten zu wollen.

Doch die Pläne änderten sich. Bereits 2018 wurde der geplante Ausstieg aus dem Gesetz zur Stärkung der Erzeuger gestrichen – ein deutlicher Rückschlag für Umwelt- und Gesundheitsverbände. Tatsächlich blieb Glyphosat weiterhin im Einsatz. Auch 2022 war es in Frankreich noch erlaubt, ebenso wie die umstrittenen Neonicotinoide, die mit dem Bienensterben in Verbindung gebracht werden.

Die Realität sieht anders aus als die ursprünglichen Versprechen. Trotz öffentlichen Drucks und wachsender Besorgnis über gesundheitliche und ökologische Folgen konnte sich bislang kein flächendeckendes Verbot durchsetzen. Landwirte argumentieren oft mit fehlenden Alternativen, während Umweltgruppen auf die Langzeitrisiken hinweisen.

Zwar gibt es in Frankreich regionale Initiativen und Pilotprojekte, die auf den Verzicht setzen, doch ein landesweites Verbot bleibt ausständig. Die Behörden verweisen auf EU-Vorgaben und die Notwendigkeit, Übergangsphasen für die Landwirtschaft einzuräumen.

Die Debatte zeigt: Auch wenn Frankreich einst als Vorreiter im Kampf gegen Agrargifte galt, bleibt die Umsetzung ambitionierter Ziele eine politische Herausforderung – besonders wenn wirtschaftliche Interessen im Spiel sind.

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