Ist Grappa eigentlich ein Cognac?
Immer wieder taucht die Frage auf, ob Grappa eine Art italienischer Cognac sei. Die einfache Antwort lautet: Nein. Obwohl beide zu den traditionsreichen Spirituosen Europas gehören, unterscheiden sie sich grundlegend in ihren Rohstoffen, der Herstellung und ihrer Herkunft.
Während Cognac ein französischer Weinbrand ist, der ausschließlich in einer geschützten Region rund um die Stadt Cognac aus destilliertem Wein gewonnen wird, handelt es sich bei Grappa um einen italienischen Tresterbrand. Das bedeutet, dass für die Herstellung kein Wein und auch kein reiner Traubensaft verwendet wird. Stattdessen nutzt man den sogenannten Trester – die feuchten Pressrückstände aus Schalen, Kernen und Stängeln, die bei der Weinbereitung übrig bleiben.
Diese Trennung ist entscheidend: Destilliert man die ganze Traube samt Saft, spricht man von einem Traubenbrand. Destilliert man fertigen Wein, entsteht Weinbrand, Brandy oder eben Cognac. Erst durch die Nutzung der Traubenschalen erhält der Grappa sein ganz eigenes, oft intensiv-fruchtiges Aroma. Stilgerecht genießt man den italienischen Klassiker meist als Digestif nach einem guten Essen, serviert in einem leicht bauchigen Tulpen-Glas.
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