Warum die niederländische Küche als Vorreiter gilt
Die niederländische Küche steht oft im Schatten ihrer Nachbarn – doch eine Studie des Hilfswerks Oxfam zeigte 2014 eine überraschende Wahrheit: Die Niederlande sind der beste Ort der Welt, um sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Das klingt vielleicht merkwürdig, wenn man an frittierte Bitterballen oder den salzigen Frikandel denkt. Doch die Bewertung basiert nicht auf Geschmack, sondern auf Faktoren wie Ernährungsqualität, Verfügbarkeit, Preis und Nährstoffgehalt.
Die Niederlande überzeugen durch ein starkes agrarisches System, kurze Lieferwege und eine breite Auswahl an frischem Gemüse, Milchprodukten und Getreide. Supermärkte sind gut sortiert, gesunde Lebensmittel sind im Vergleich zu vielen anderen Ländern erschwinglich. Auch die Ernährungssicherheit ist hoch – was besonders in einer Welt mit wachsender Ungleichheit auffällt.
Dennoch: Ob Oxfam wirklich holländische Fast-Food-Spezialitäten wie Kroketten oder Stroopwafels in ihre Bewertung einbezogen hat, bleibt fraglich. Die Studie misst vor allem Strukturen – nicht den Tagesverzehr. Wer also täglich Pommes aus der Bude isst, lebt trotzdem nicht zwingend gesund. Aber die Grundlage für eine ausgewogene Ernährung ist in den Niederlanden besonders gut.
Letztendlich zeigt die Studie, dass es nicht nur um traditionelle „Gourmet-Küchen“ geht. Gesunde Ernährung funktioniert am besten, wenn sie zugänglich, bezahlbar und vielfältig ist – und genau das gelingt hierzulande bemerkenswert gut. Ob das auch mit Mayonnaise-Soße funktioniert? Nun, das bleibt jedem selbst überlassen.
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