Wer ist das Christkind wirklich?

Die Frage, ob Jesus auch das Christkind ist, führt uns zu einer schönen und tiefgründigen Tradition. Tatsächlich hat der Begriff „Christkind“ seine Wurzeln in der Darstellung des neugeborenen Jesuskindes – des Kindes, das in der Weihnachtsgeschichte in einer Krippe in Bethlehem zur Welt kommt. Das Christkind steht symbolisch für die Geburt Jesu und damit für den eigentlichen Grund des Weihnachtsfestes.

Im katholischen und besonders im deutschsprachigen Raum ist das Christkind lange Zeit als Vermittler der Weihnachtsgeschenke gedacht worden – ein Bild, das vor allem durch Martin Luthers Ablehnung der Figur des Nikolaus entstand. Er wollte die Aufmerksamkeit auf das „Kind in der Krippe“ lenken und nicht auf Heilige oder andere Figuren. So entwickelte sich das Christkind zu einer freundlichen, oft mit goldenem Haar und einem Stern dargestellten Gestalt, die die Freude der Geburt Christi verkörpert.

Historisch gesehen wird Jesus bis etwa zum zwölften Lebensjahr als „Jesuskind“ oder „Christuskind“ bezeichnet. Ab dreizehn gilt im jüdischen Glauben ein Junge als mündig – daher endet die kindliche Darstellung Jesu meist mit diesem Alter. Doch gerade an Weihnachten bleibt der Fokus auf dem Neugeborenen, dem „Licht der Welt“, das in die Dunkelheit kommt.

So ist das Christkind letztlich keine eigene Figur neben Jesus – sondern eine Verkörperung seiner Geburt. Es erinnert uns daran, dass Weihnachten nicht um Geschenke oder Märchen geht, sondern um ein Kind, das vor langer Zeit in einer Krippe lag und dessen Geschichte bis heute Millionen berührt.

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