Ist Lungenhochdruck gleichbedeutend mit COPD?
Die kurze Antwort lautet: Nein, Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) sind zwei verschiedene Krankheitsbilder. Allerdings stehen sie in vielen Fällen in einer engen und gefährlichen Wechselwirkung zueinander.
Während die COPD primär eine chronische Entzündung und Verengung der Atemwege darstellt, beschreibt der Lungenhochdruck einen gefährlich erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf. COPD-Patienten leiden im fortgeschrittenen Stadium häufig unter einem chronischen Sauerstoffmangel im Blut, der sogenannten Hypoxie. Der Körper reagiert auf diesen anhaltenden Sauerstoffmangel mit einem fatalen Schutzmechanismus: Die Gefäße in Herz und Lunge verengen sich reflexartig.
Durch diese dauerhafte Verengung muss das Herz wesentlich mehr Kraft aufwenden, um das Blut durch die Lunge zu pumpen. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, steigt der Druck in den Lungengefäßen massiv – es entwickelt sich ein sekundärer Lungenhochdruck als direkte Folge der COPD. Mediziner sprechen hierbei auch von einer pulmonalen Hypertonie bei chronischen Lungenerkrankungen.
Die Kombination beider Erkrankungen stellt eine enorme Belastung für den Organismus dar. Sie führt nicht nur zu einer extremen Verstärkung der Atemnot, sondern belastet auf Dauer auch die rechte Herzhälfte (Cor pulmonale). Daher ist eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte Therapie, die oft aus einer konsequenten Sauerstoffzufuhr und der Behandlung der zugrundeliegenden COPD besteht, lebenswichtig, um das Fortschreiten des Lungenhochdrucks aufzuhalten.
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