Magister und Diplom: Was ist höher?
Wer sich im deutschen Bildungssystem mit akademischen Abschlüssen beschäftigt, stößt oft auf die Begriffe Diplom und Magister. Viele fragen sich: Welcher Abschluss ist höherwertig? Die klare Antwort lautet: Beide sind gleichwertig – und entsprechen dem heutigen Masterabschluss.
Der klassische Diplom-Abschluss, wie er bis vor einigen Jahren vor allem in ingenieurwissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen oder wirtschaftswissenschaftlichen Fächern verliehen wurde, basiert auf einer einstufigen, meist fünfjährigen Ausbildung. Ähnlich verhält es sich mit dem Magister, der traditionell in geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern wie Geschichte, Germanistik oder Politikwissenschaft den Abschluss markierte.
Seit der Umstellung auf das Bachelor-Master-System im Rahmen des Bologna-Prozesses werden neue Abschlüsse anders strukturiert. Doch wer vor dieser Umstellung studiert hat, erhielt entweder das Diplom oder den Magister. Beide gelten als gleichwertig und werden heute in der Regel dem Mastergrad zugeordnet. Das bedeutet: Wer einen Diplom- oder Magisterabschluss besitzt, steht einem Masterabsolventen in der Regel gleich.
Unterschiede gab es früher vor allem in der Fachrichtung, nicht im Niveau. Während das Diplom oft in technischen oder wirtschaftlichen Bereichen verliehen wurde, war der Magister typisch für die Geisteswissenschaften. Doch in der Bewertung – etwa im Beruf oder bei der weiteren akademischen Karriere – spielt diese Unterscheidung heute kaum noch eine Rolle.
Ob Diplom, Magister oder Master: Entscheidend ist letztlich die Qualifikation – und nicht nur der Name auf dem Abschlusszeugnis.
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