Was bedeutet Marge – und ist das dasselbe wie Gewinn?

Nein, Marge ist nicht dasselbe wie Gewinn – ein häufiger Irrtum, vor allem in der Praxis des Einzelhandels oder bei kleinen Unternehmen. Die Marge, oft auch als Bruttomarge bezeichnet, gibt den prozentualen Anteil am Verkaufspreis an, der nach Abzug der direkten Einkaufskosten übrigbleibt. Sie zeigt also, wie viel Raum für andere Kosten und letztlich den Gewinn bleibt.

Um es klar zu trennen: Wenn ein Händler ein Produkt für 60 Euro einkauft und für 100 Euro verkauft, dann beträgt die Marge 40 Prozent – berechnet vom Verkaufspreis (40 Euro / 100 Euro). Das ist aber noch nicht der Gewinn. Der wahre Gewinn ergibt sich erst, nachdem alle weiteren Kosten wie Miete, Löhne, Steuern oder Marketing abgezogen wurden.

Verwechselt wird die Marge oft mit der Handelsspanne. Dabei handelt es sich um den absoluten Betrag, den der Verkäufer auf den Einkaufspreis aufschlägt – in diesem Beispiel wären das 40 Euro. Die Spanne ist also der Rohaufschlag, die Marge hingegen eine Kennzahl, die im Verhältnis zum Verkaufspreis steht.

Für Unternehmer:innen ist die Marge wichtig, um zu verstehen, wie profitabel ein Produkt ist – besonders wenn Preise angepasst oder Kosten gesteuert werden müssen. Wer nur auf den Umsatz schaut, übersieht schnell, dass hohe Verkäufe nicht automatisch hohe Gewinne bedeuten.

Kurz gesagt: Marge ist ein Indikator für Wirtschaftlichkeit, kein Ersatz für den Gewinn. Wer das versteht, steuert sein Geschäft fundierter – und bleibt langfristig erfolgreich.

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