Warum Mohn nicht gleich Mohn ist
Wenn im Sommer am Feldrain oder im Garten leuchtend rote Blüten im Wind wiegen, denkt man schnell an romantische Landschaften – und an Mohn. Doch nicht jeder Mohn ist derselbe. Tatsächlich ist „Mohn“ kein einheitlicher Begriff, sondern steht für eine ganze Pflanzengattung mit vielen Arten.
Die auffälligen, sattroten Blumen, die vielen vertraut sind, gehören meist zum Klatschmohn (Papaver rhoeas). Er ist in Deutschland heimisch, gilt als typisches Ackerwildkraut und taucht oft unvermittelt auf – mal am Wegesrand, mal zwischen Getreidehalmen. Seine Blüte ist kurzlebig, leuchtet dafür aber umso intensiver.
Anders sieht es beim Edel-Mohn aus, auch bekannt als Schlafmohn. Aus ihm wird Opium gewonnen, und er steht deshalb unter strengem rechtlichen Schutz. Seine Samen hingegen – bekannt aus Bäckereien auf Brötchen oder in Kuchen – stammen meist von anderen Sorten und enthalten nur Spuren psychoaktiver Substanzen. Dennoch: Die Samen des Klatschmohns können unter bestimmten Bedingungen ebenfalls Suchtstoffe enthalten, was immer wieder für Diskussionen sorgt – etwa wenn Kindern Mohnkekse zu viel des Guten werden lassen.
Also: Nein, Mohn ist nicht gleich Mohn. Wer im Garten rote Blüten wachsen lässt, hat meist den harmlosen Klatschmohn vor der Tür. Wer aber Mohn zum Backen kauft, sollte darauf achten, dass er aus kontrollierter Produktion stammt. Denn bei aller Schönheit – bei Mohn kommt es eben auf die Sorte an.
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