Backpulver und Speisestärke – das gleiche? Nicht einmal annähernd!
Wer schon einmal mitten beim Backen vor der offenen Dose stand und sich fragte: „Ist das jetzt Stärke oder Backpulver?“, der weiß – optisch sehen sie sich verdammt ähnlich. Beide sind feines, weißes Pulver, das leicht durch die Luft schwebt, wenn man zu fest schüttelt. Doch chemisch und in der Funktion im Rezept sind sie Welten voneinander entfernt.
Backpulver ist ein Treibmittel – es sorgt dafür, dass Kuchen, Muffins oder Pfannkuchen schön locker werden. Es besteht aus Natriumbicarbonat (auch: Natron), einer Säure wie Zitronensäure oder Weinstein und einem Trägerstoff: meistens Mais- oder Kartoffelstärke. Der Stärkeanteil verhindert, dass das Pulver schon vorzeitig reagiert. Aber: Backpulver enthält Stärke, ist aber nicht selbst Stärke.
Ganz anders die Speisestärke. Diese stammt rein pflanzlich – etwa aus Kartoffeln, Mais oder Weizen – und dient als hervorragendes Bindemittel. Sie verdickt Soßen, Suppen oder Füllungen und gibt manchen Teigen eine zarte Konsistenz. Doch sie treibt nichts auf. Kein einziges Brötchen wird durch Stärke luftig.
Ein klassischer Fehler beim Backen ist, die beiden zu verwechseln. Wer statt Backpulver nur Stärke nimmt, erhält einen dichten, flachen Kuchen. Und wer stattdessen Backpulver als Verdicker nutzt, riskiert ein sprudelndes, bitteres Chaos.
Also: immer genau hinsehen. Die Tütchen aus dem Regal mögen sich gleichen – doch im Gebrauch sind Backpulver und Speisestärke so unterschiedlich wie Mehl und Zucker. Beides wichtig, aber ganz klar nicht dasselbe.
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