Vererbung von Zöliakie: Wenn Familie betroffen ist

Zöliakie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der das Immunsystem auf Gluten – einen Klebereiweißstoff in Weizen, Roggen und Gerste – mit einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut reagiert. Häufige Symptome sind heftige Durchfälle, krampfartige Bauchschmerzen, Müdigkeit und ungewollter Gewichtsverlust. Doch nicht alle Betroffenen zeigen klare Anzeichen – manche leiden nur unter unauffälligen Beschwerden wie Blähungen oder Konzentrationsproblemen.

Wichtig zu wissen: Die Veranlagung zur Zöliakie wird vererbt. Das bedeutet, dass das Risiko, an der Erkrankung zu erkranken, bei nahen Verwandten deutlich erhöht ist. Studien zeigen, dass etwa jeder zehnte Verwandter ersten Grades – also Kinder, Geschwister oder Eltern eines Betroffenen – ebenfalls betroffen ist. Oft bleibt die Erkrankung bei diesen Personen jedoch lange unerkannt, weil die Symptome mild oder unspezifisch sind.

Wenn bei einem Familienmitglied Zöliakie diagnostiziert wird, ist es deshalb sinnvoll, auch andere Angehörige testen zu lassen – auch ohne Beschwerden. Ein einfacher Bluttest kann erste Hinweise liefern. Bei positivem Ergebnis folgt meist eine Darmspiegelung, um die Diagnose zu bestätigen.

Ein Leben lang strikte glutenfreie Ernährung ist die einzige Behandlung. Doch wer früh erkennt, dass er betroffen ist, kann langfristige Schäden wie Mangelerscheinungen oder ein erhöhtes Risiko für andere Autoimmunerkrankungen vermeiden. Die Gute Nachricht: Heute ist eine glutenfreie Ernährung viel leichter umzusetzen als früher – und Lebensmittel sind in vielen Supermärkten und Online-Shops erhältlich.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen