Kann die Polizei Ihre Snapchat-Nachrichten mitlesen?
Viele Nutzer wiegen sich bei der Nutzung von Snapchat in der trügerischen Sicherheit, dass sich versendete Nachrichten und Fotos nach dem Anschauen sofort für immer auflösen. Doch sobald der Verdacht einer Straftat im Raum steht, sieht die Realität anders aus. Ermittlungsbehörden haben unter bestimmten rechtlichen Rahmenbedingungen durchaus Möglichkeiten, auf Account-Daten zuzugreifen.
Da das Unternehmen Snap Inc. seinen Sitz in den USA hat, unterliegt die Herausgabe von Daten primär dem US-amerikanischen Bundesrecht, genauer gesagt dem Stored Communications Act (SCA). In den Richtlinien zur Strafverfolgung stellt Snap klar, dass private Inhalte von Accounts keineswegs willkürlich übergeben werden. Für eine Offenlegung sind formelle Rechtsverfahren erforderlich. Je nach Art der angeforderten Daten sind hierzu Vorladungen, richterliche Beschlüsse oder spezifische Durchsuchungsbefehle notwendig.
Die Polizei kann Snapchat-Chats somit nicht einfach im Vorbeigehen oder ohne begründeten Verdacht live mitlesen. Sobald jedoch im Rahmen von Ermittlungen ein offizieller Beschluss vorliegt und internationale Rechtshilfeersuche greifen, ist das Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet, gespeicherte Daten an die Behörden auszuhändigen.
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