Kann eine Brust verstopft sein?

Ja, eine Brust kann vorübergehend „verstopft“ sein – meist ist damit ein Milchstau gemeint. Das passiert häufig in den ersten Wochen nach der Geburt, wenn die Milchproduktion hochfahrt und das Stillen noch nicht vollständig eingespielt ist. Dabei fühlt sich die Brust hart, warm und schmerzhaft an, manchmal zeigt sich auch eine gerötete Stelle.

Grund für den Milchstau ist oft, dass die Milchgänge nicht frei entleert werden. Das kann passieren, wenn das Baby nicht optimal anlegt, lange Strecken zwischen den Stillmahlzeiten liegen oder die Mutter viel Druck auf die Brust ausübt – etwa durch enge Kleidung oder falsche Tragehilfen. Selten liegen anatomische Besonderheiten oder chronische Entzündungen zugrunde, die die Milchabgabe beeinträchtigen.

Was hilft? Regelmäßiges und effektives Anlegen des Babys ist das Wichtigste. Auch sanfte Massagen vor und während des Stillens, Wärme vorab (z. B. ein warmes Tuch) und anschließende Kühlung können Linderung bringen. Wichtig ist, die betroffene Brustseite nicht „schonen“ zu wollen – im Gegenteil: Sie sollte als erstes angeboten werden, damit das Baby sie besonders gründlich entleert.

Häufig klärt sich ein Milchstau innerhalb von ein bis zwei Tagen. Bleibt die Rötung oder Schwellung jedoch bestehen oder steigt das Fieber, kann sich ein Milchstau zu einer Brustentzündung oder gar einem Abszess entwickeln. In diesem Fall ist ärztliche Betreuung unerlässlich. Hebammen und Stillberaterinnen unterstützen bereits bei ersten Anzeichen – frühzeitig Hilfe zu holen, kann viel Unbehagen verhindern.

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