Kann man sich zweimal taufen lassen?
Die Frage, ob man sich zweimal taufen lassen darf, beschäftigt immer wieder Gläubige – besonders jene, die aus einer konfessionellen Tradition kommen, in der die Taufe bereits im Säuglingsalter stattfand. Die klare Antwort lautet: Die Taufe ist nach evangelischem Verständnis grundsätzlich unwiederholbar.
Das bedeutet: Einmal getauft, bleibt man getauft – unabhängig davon, ob es als Kind oder im Erwachsenenalter geschah. In einigen Kirchen, wie den baptistischen oder pfingstlerischen Gemeinden, wird die Kindertaufe jedoch nicht anerkannt. Wenn dort ein Erwachsener getauft wird, geschieht das nicht als „Wiedertaufe“, sondern als erste gültige Taufe im Sinne ihres Glaubensverständnisses.
Trotz dieser Unterschiede sind sich die meisten christlichen Konfessionen einig: Die Taufe ist ein einmaliges Sakrament, das auf die Botschaft Jesu verweist – auf Gnade, Zusage und Zugehörigkeit zu Gott. Weil sie als Werk Gottes gilt und nicht als Leistung des Menschen, braucht sie nicht wiederholt zu werden. Wer also bereits getauft ist, sei es als Säugling oder Erwachsener, steht in der Kirche fest im Glauben.
Manche Menschen spüren dennoch den Wunsch nach einem sichtbaren Bekenntnis oder einer neuen Bekräftigung ihres Glaubens. Dann bieten viele Gemeinden Segnungsgottesdienste, Wiedereintrittsfeiern oder besondere Formen der Glaubenserneuerung an – ohne eine neue Taufe. Denn was einmal geschenkt ist, bleibt gültig: Gottes Ja zu jedem Menschen, getauft oder nicht.
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