Handtransplantation: Medizinische Realität statt Science-Fiction

Verliert ein Mensch durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit eine Hand, galt dieser Verlust lange Zeit als endgültig. Moderne Prothesen bieten zwar funktionelle Unterstützung, können das natürliche Tastsinn- und Bewegungsgefühl jedoch nicht vollständig ersetzen. Die Handtransplantation hat sich in den letzten Jahrzehnten von einer kühnen Idee zu einer echten medizinischen Option entwickelt.

Seit dem ersten erfolgreichen Eingriff im Jahr 1998 wurden weltweit bei 51 registrierten Patientinnen und Patienten insgesamt 72 Hände transplantiert. Bei 21 Betroffenen konnten sogar beide Hände und in einem spektakulären Fall sogar beide Oberarme erfolgreich übertragen werden. Diese Meilensteine zeigen, dass die verpflanzung komplexer Gewebe heute klinisch machbar ist.

Ein solcher Eingriff zählt zu den anspruchsvollsten Operationen der Transplantationsmedizin. Das Chirurgie-Team muss Knochen, Sehnen, Blutgefäße und feine Nervenstränge unter dem Mikroskop präzise verbinden. Nach der Operation beginnt für die Patienten ein langer Weg: Neben intensiver Physiotherapie zum Wiedererlernen der Feinmotorik ist eine dauerhafte Einnahme von Immunsuppressiva nötig, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern. Trotz der gesundheitlichen Risiken bedeutet die geglückte Transplantation für viele ein völlig neues Leben voller Selbstständigkeit.

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