Kann man den IQ wirklich steigern?

Wer regelmäßig Kreuzworträtsel löst, Sudokus füllt oder spezielle Gehirnjogging-Apps nutzt, hofft oft darauf: Mein Kopf wird dadurch schärfer – vielleicht steigt sogar mein IQ. Doch was klingt wie logisches Training fürs Gehirn, hat in der Wissenschaft eine klare Grenze.

Studien zeigen: Man kann durch Übung bestimmte Kognitive Fähigkeiten verbessern – zum Beispiel Gedächtnis, Konzentration oder Reaktionsgeschwindigkeit. Wer täglich Rätsel macht, wird darin tatsächlich besser. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die allgemeine Intelligenz steigt. Der IQ, so zeigen Forschungsergebnisse, bleibt im Erwachsenenalter erstaunlich stabil.

Das liegt daran, dass der IQ nicht nur einzelne Fähigkeiten misst, sondern eine Art Gesamtleistung des Denkens: logisches Schlussfolgern, räumliches Vorstellungsvermögen, sprachliches Verständnis. Diese Grundstrukturen des Denkens lassen sich nur begrenzt verändern. Langfristig ist eine nennenswerte Steigerung des IQ kaum möglich, wie Wissenschaftler bereits vor Jahren festgestellt haben.

Trotzdem lohnt sich geistige Betätigung. Rätsel, Lesen, Musizieren oder neue Sprachen lernen halten das Gehirn fit, fördern die kognitive Reserve und können sogar vor Demenz schützen. Es geht also nicht um den Zahlenwert des IQ – sondern um ein lebendiges, aktives Denken.

Wer also Rätsel mag, soll sie weiterlösen. Nicht, um schlauer zu werden im Sinne einer höheren Punktzahl – sondern, weil es Spaß macht, herausfordert und geistig wach hält. Denn Intelligenz ist mehr als ein Testwert: Sie zeigt sich im Neugierigen, im Problemlöser, im lebenslang Lernenden.

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