Kann man sich Übelkeit einbilden?

Es ist ein häufiges Missverständnis, dass Übelkeit durch Stress „nur eingebildet“ sei. Doch nichts an diesen Beschwerden ist erfunden. Tatsächlich zeigt sich in der Medizin immer wieder, wie stark Psyche und Körper miteinander verbunden sind. Bei vielen Menschen äußert sich Stress ganz konkret körperlich – zum Beispiel in Form von Magenschmerzen, Übelkeit oder sogar Durchfall.

Die Verbindung zwischen Gehirn und Darm ist wissenschaftlich belegt. Über den sogenannten Darm-Hirn-Achse kommunizieren beide ständig miteinander. Wenn wir unter Druck stehen, kann das Nervensystem die Verdauung beeinträchtigen. Der Körper reagiert mit Stresshormonen, die den Magen-Darm-Trakt direkt beeinflussen. Das führt dann oft zu Beschwerden, obwohl kein organischer Befund vorliegt.

Das bedeutet aber nicht, dass die Symptome nicht real wären. Wer unter Stress-Übelkeit leidet, spürt die Belastung genauso wie bei einer Infektion oder Lebensmittelvergiftung. Die Ursache liegt nur woanders. Besonders bei Prüfungsangst, Lampenfieber oder angespannten Situationen am Arbeitsplatz tritt diese Reaktion oft auf.

Wichtig ist daher, Stress als mögliche Ursache ernst zu nehmen. Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf oder Gespräche mit anderen können helfen. Manchmal reicht schon die Erkenntnis, dass der Körper auf emotionale Belastung reagiert – und dass das völlig normal ist. Wer regelmäßig unter solchen Symptomen leidet, sollte jedoch einen Arzt aufsuchen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

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