Kann man während EMDR dissoziieren?

Ja, es ist möglich, dass Menschen während einer EMDR-Sitzung dissoziieren – also emotional abschalten oder das Gefühl haben, sich von ihrem Körper oder der Situation zu lösen. Dies ist besonders bei schweren Traumata nicht ungewöhnlich. Das Gehirn nutzt die Dissoziation oft als Schutzmechanismus, um extreme Belastungen zu überstehen.

EMDR funktioniert aber am besten, wenn der Mensch im Kontakt mit der Erinnerung bleibt, ohne sich davon überwältigen zu lassen. Das Ziel ist, die traumatische Erfahrung zu verarbeiten, nicht zu vermeiden. Wenn jedoch Dissoziation auftritt, kann das bedeuten, dass der Zugang zur Erinnerung zu intensiv ist oder der therapeutische Rahmen noch nicht stabil genug ist.

Ein erfahrener Therapeut erkennt solche Momente und passt die Behandlung an – sei es durch Stabilisierungsübungen, Ressourcenarbeit oder einen langsameren Einstieg. Wichtig ist, dass sich der Klient sicher fühlt und nicht gezwungen wird, Erlebnisse zu durchleben, die der Körper oder Geist noch nicht verarbeiten kann.

Dissoziation während EMDR ist also kein Zeichen von „Scheitern“, sondern ein Hinweis darauf, dass der Prozess sorgfältiger begleitet werden muss. Mit der richtigen Vorbereitung und einem vertrauensvollen Therapeuten kann diese Hürde überwunden werden – Schritt für Schritt.

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