Kann „Mitglieder“ gendergerecht verwendet werden?
Die Frage, ob man „Mitglieder“ gendergerecht umformulieren muss, taucht immer wieder auf – besonders in offiziellen Mitteilungen, Vereinsbriefen oder E-Mails. Viele fragen sich: Sollte es nicht „Mitgliederinnen und Mitglieder“ heißen, um Frauen sichtbar zu machen?
Die Antwort ist einfach: Nein, das ist nicht nötig. Das Wort Mitglied ist ein sogenanntes Neutrum – also „das Mitglied“. Es gehört nicht zu den typischen Personenbezeichnungen auf -er, wie zum Beispiel „Lehrer“ oder „Arzt“, bei denen man üblicherweise eine feminine Form wie „Lehrerin“ oder „Ärztin“ bilden kann.
Weil „Mitglied“ geschlechtsneutral ist, bezeichnet es von sich aus sowohl Frauen als auch Männer. Deshalb reicht der Ausdruck „liebe Mitglieder“ vollkommen aus, um alle anzusprechen – unabhängig vom Geschlecht. Diese Regelung wird auch vom Duden, der anerkannten Autorität in der deutschen Rechtschreibung, bestätigt.
Wer „Mitgliederinnen und Mitglieder“ sagt, wiederholt im Grunde dasselbe Wort – und macht den Satz unnötig lang. Das wirkt nicht nur umständlich, sondern unterstellt auch, dass die männliche Form standardmäßig nur Männer meint, was bei „Mitglied“ sprachlich gar nicht zutrifft.
Also: Keine Sorge. Wer von „Mitgliedern“ spricht, schließt alle ein – klar, korrekt und ohne Ausschweifungen. Manchmal ist weniger eben mehr.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.