Kann Paracetamol das Schlaganfallrisiko erhöhen?
Ein oft als harmlos empfundenes Schmerzmittel könnte bei bestimmten Risikogruppen schwerwiegende Folgen haben. Eine französische Studie vom 10. April 2019 deutet darauf hin, dass Paracetamol bei älteren Menschen mit Diabetes das Risiko für einen Schlaganfall deutlich erhöhen könnte.
Die Untersuchung zeigte: Diabetiker über 65 Jahre, die regelmäßig Paracetamol einnahmen, hatten ein dreifach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, im Vergleich zu denen, die das Mittel nicht nutzten. Besonders alarmierend: Paracetamol gilt als sanfte Alternative zu entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen – gerade bei älteren Patienten. Doch diese Studie wirft nun Fragen über seine Sicherheit in dieser Bevölkerungsgruppe auf.
Paracetamol wirkt zwar schmerzlindernd und fiebersenkend, hat aber kaum entzündungshemmende Eigenschaften. Dennoch wird es häufig bei chronischen Schmerzen eingesetzt – etwa bei Arthrose oder Rückenproblemen. Gerade Diabetiker leiden oft unter solchen Beschwerden und greifen daher regelmäßig zum Mittel. Das könnte sich laut der Studie jedoch als riskant erweisen.
Experten raten nun, besonders bei älteren Diabetikern, die Langzeiteinnahme von Paracetamol kritisch zu überprüfen. Es handelt sich zwar nur um eine Beobachtungsstudie – ein direkter Ursache-Wirkung-Nachweis fehlt – doch das Signal ist stark genug, um Vorsicht walten zu lassen.
Wer regelmäßig Schmerzmittel benötigt, sollte mit seinem Arzt sprechen – gerade bei Diabetes. Es gibt Alternativen, und oft lässt sich die Schmerzursache besser behandeln, statt nur die Symptome. Die Botschaft lautet also: Selbst harmlos erscheinende Mittel können Risiken bergen – besonders, wenn sie über Monate oder Jahre genutzt werden.
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