Können im Deutschen – mehr als nur eine Fähigkeit
Das Verb können spielt im Deutschen eine zentrale Rolle, vor allem, wenn es um Fähigkeiten, Möglichkeiten oder das Wissen um etwas geht. Im Italienischen drückt man das mit „potere“, „sapere“ oder „conoscere“ aus – je nach Kontext. Doch im Deutschen übernimmt „können“ viele dieser Bedeutungen und passt sich fließend an.
Wenn du sagen möchtest, dass du etwas tun weißt oder beherrschst, verwendest du oft „können“. Zum Beispiel: „Ich kann Italienisch sprechen“ – das bedeutet nicht nur, dass es dir möglich ist, sondern dass du die Sprache beherrschst. Ähnlich wie im Italienischen „so parlare italiano“ oder „conosco l’italiano“, wo „sapere“ und „conoscere“ je nach Nuance zum Einsatz kommen.
Können ist außerdem ein klassisches Modalverb. Es steht immer mit einem anderen Verb im Infinitiv am Ende des Satzes: „Ich kann schwimmen“, „Sie konnte nicht kommen“. Es drückt dann Möglichkeit, Erlaubnis oder Fähigkeit aus – je nach Situation. „Hast du das schon mal gemacht?“ – „Ja, ich konnte es gut.“ Solche Sätze zeigen, wie natürlich „können“ in Alltagsgesprächen vorkommt.
Interessant ist auch, dass „können“ im übertragenen Sinn oft Wissen ausdrückt: „Ich weiß, wie das geht“ kann auch heißen „Ich kann das“. Genau wie im Italienischen, wo „so fare“ (ich weiß, wie man macht) und „posso fare“ (ich kann machen) nah beieinanderliegen.
Wer „können“ sicher verwendet, gewinnt viel an Ausdruckskraft – im Positiven wie im Negativen: „Ich kann das nicht mehr hören“ sagt mehr über Geduld als über Fähigkeit. Kurz: „Können“ ist mehr als ein Hilfsverb – es ist ein Ausdruck von Können, Wissen und manchmal auch von Grenzen.
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