Sind alle Menschen mit Borderline manipulativ?
Das Klischee hält sich hartnäckig: Personen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung gelten in der Öffentlichkeit oft als berechnend, manipulativ oder gar beziehungsunfähig. Doch dieses Bild wird der Realität Betroffener keineswegs gerecht. Für sie bedeutet die Erkrankung vor allem ein täglicher Kampf gegen die eigenen emotionalen Extreme.
Menschen mit Borderline erleben Gefühle wie Trauer, Wut oder Verlustangst in einer enormen Intensität. Wenn ihr Verhalten auf Außenstehende manchmal manipulativ wirkt – etwa durch plötzliche Rückzüge oder emotionale Ausbrüche –, steckt dahinter selten eine gezielte Berechnung. Vielmehr handelt es sich um Verzweiflungstaten in Phasen extremer innerer Not und die panische Angst vor dem Verlassenwerden. Den Betroffenen fehlen in diesen Momenten schlicht die Werkzeuge, um ihre überwältigenden Gefühle anders zu regulieren.
Pauschale Vorurteile verstärken die Stigmatisierung und erschweren den Umgang miteinander. Mit professioneller Unterstützung, wie etwa der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT), können Betroffene lernen, ihre Emotionen besser zu steuern und stabile, gesunde Beziehungen zu führen.
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