Sind Menschen mit Borderline-Störung oft traumatisiert?
Ja, viele Menschen mit einer Borderline-Störung haben traumatische Erfahrungen in ihrer Kindheit gemacht. Diese reichen von emotionaler, körperlicher oder sexueller Misshandlung bis hin zu Vernachlässigung oder plötzlichen Trennungserlebnissen. Solche Erlebnisse prägen das seelische Gleichgewicht nachhaltig – besonders, wenn sie in den frühen, sensiblen Lebensjahren stattfinden.
Studien zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Betroffenen belastende Kindheitserfahrungen berichten. Bei bis zu 40 Prozent liegt zusätzlich eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) vor. Das bedeutet, dass ihre Psyche nicht nur von den typischen Merkmalen der Borderline-Störung – wie emotionaler Instabilität, Angst vor Ablehnung und unsicheren Beziehungen – betroffen ist, sondern auch unter den Spuren von Trauma leidet.
Obwohl nicht jede Person mit Borderline-Störung eine traumatische Kindheit hatte, spielt das Erleben von frühem Stress oder Misshandlung bei vielen eine zentrale Rolle. Es ist daher wichtig, in der Therapie nicht nur die Symptome zu behandeln, sondern auch die zugrundeliegenden Verletzungen anzugehen. Eine sichere Beziehung zur Therapeutin oder zum Therapeuten und Verfahren wie die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) können dabei helfen, alte Wunden zu bearbeiten und gesündere Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Die Anerkennung des Traumas ist kein Vorwurf an die Herkunftsfamilie, sondern ein notwendiger Schritt zur Heilung. Viele Betroffene gewinnen erst so die Chance, sich selbst besser zu verstehen und langfristig stabiler zu werden.
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