Sollte man Babys am Daumen nuckeln lassen?

Es ist ein vertrautes Bild: Ein kleines Baby saugt beruhigt am Daumen – eine ganz natürliche Geste, die Trost und Sicherheit vermittelt. Doch viele Eltern fragen sich: Sollte man das wirklich zulassen, oder ist es besser, gleich einen Schnuller zu geben?

Experten raten tatsächlich dazu, eher auf den Schnuller zurückzugreifen, wenn das Kind nuckeln möchte. Der Grund: Während das Daumennuckeln langfristig die Zahnstellung beeinflussen kann, ist ein gut geformter Schnuller kieferfreundlicher und weicher in der Beschaffenheit. Besonders wenn das Nuckeln über Monate oder Jahre andauert, kann der ständige Druck des Daumens zu Zahnfehlstellungen führen – etwa zu einem offenen Biss oder einer Fehlstellung der Milchzähne.

Ein weiterer Vorteil des Schnullers: Er lässt sich kontrollieren. Eltern können ihn bei Bedarf nach und nach weglassen, etwa mit einem Jahr oder später. Der Daumen hingegen ist immer verfügbar – und je älter das Kind wird, desto schwieriger kann es sein, die Angewohnheit abzugewöhnen.

Dennoch: In den ersten Lebensmonaten ist Daumennuckeln völlig normal und harmlos. Babys haben einen starken Saugreflex, der beruhigend wirkt. Viele Kinder geben das Nuckeln am Daumen von allein auf, wenn sie älter werden. Wichtig ist, nicht zu verurteilen oder zu verbieten, sondern liebevoll zu begleiten.

Wenn das Nuckeln jedoch über das zweite Lebensjahr hinaus anhält, kann ein Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Zahnarzt sinnvoll sein. Der Schnuller ist dabei oft die sanftere Alternative – für Zähne und Entwicklung.

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