Sollte man einem Borderliner hinterherlaufen?

Wenn jemand mit Borderline-Persönlichkeitsstörung wortlos das Weite geht, ist der erste Impuls oft: hinterherlaufen, beruhigen, zurückholen. Doch laut Experten ist das oft kontraproduktiv. In Momenten extremer emotionaler Überlastung ziehen sich Betroffene häufig zurück – manchmal abrupt, ohne Erklärung. In solchen Phasen sind sie kaum zugänglich für Gespräche.

Ein Hinterherlaufen kann sogar unabsichtlich manipulativ verstärken. Wer ständig zurückkehrt, sobald der andere sich abwendet, verfestigt ein Muster: Weglaufen führt zur Aufmerksamkeit. Das spielt der tiefen Unsicherheit des Betroffenen in die Hand – er fürchtet ständig, verlassen zu werden, und testet diese Angst unbewusst immer wieder.

Stattdessen gilt: Geben Sie Liebe, aber mit Abstand. Zeigen Sie in ruhigen Momenten deutlich, dass Sie da sind – durch Worte, Gesten, Zuverlässigkeit. Das gibt Sicherheit, ohne auf Zuruf zu reagieren, sobald Panik regiert. Gesunde Beziehungen brauchen Grenzen, gerade wenn Emotionen überkochen.

Professionelle Unterstützung, etwa durch Therapie, ist dabei unverzichtbar – für beide. Denn wer mit einem Menschen mit Borderline lebt, braucht mindestens genauso viel Halt wie der Partner selbst. Echte Nähe entsteht nicht im Verfolgen, sondern im stabilen, respektvollen Beieinanderbleiben – auch wenn der andere kurz davongeht.

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