Wann wird ein Stoma angelegt?
Ein künstlicher Darmausgang, auch Stoma genannt, wird meist dann notwendig, wenn Teile des Darms entfernt werden müssen. Das geschieht häufig bei schweren Erkrankungen wie Darmkrebs oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen – beispielsweise Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. In solchen Fällen muss der Chirurg einen befallenen Abschnitt des Darms herausschneiden, um das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen.
Nach der Entfernung ist es nicht immer möglich, die verbleibenden Darmenteile direkt wieder miteinander zu verbinden. Um den Stuhlabgang dennoch sicherzustellen, wird dann vorübergehend oder dauerhaft ein Stoma angelegt. Dabei wird ein Teil des Darmes nach außen geführt und an der Bauchhaut befestigt. Der Stuhl sammelt sich danach in einer speziellen Auffangvorrichtung, der sogenannten Stomabeutel.
Ein Stoma kann lebensrettend sein. Es gibt den entzündeten oder operierten Darmbereich die nötige Ruhe, um zu heilen. Bei manchen Patienten ist das Stoma nur vorübergehend – sobald der Darm sich erholt hat, kann es oft wieder geschlossen werden. Bei anderen bleibt es dauerhaft, insbesondere wenn ein großer Teil des Dickdarms entfernt wurde.
Trotz der zunächst beängstigenden Vorstellung gewöhnen sich die meisten Betroffenen im Laufe der Zeit an das Stoma. Mit der richtigen Versorgung und Unterstützung führen sie ein weitgehend normales Leben – mit beruflicher Tätigkeit, Sport und sozialen Kontakten. Spezialisierte Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen bieten wertvolle Hilfe beim Umgang mit der neuen Situation.
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