Wann entsteht ein zweiteiliges Prädikat?

Ein zweiteiliges Prädikat entsteht, wenn ein Satz nicht nur ein Verb, sondern eine Verbform zusammen mit einem Partizip oder Infinitiv enthält. Dabei wird die konjugierte Verbform meistens an die zweite Position im Aussagesatz gestellt, während das zweite Teil – meist das Partizip – am Ende steht.

Ein typisches Beispiel ist: Er hat die Aufgabe gemacht. Hier ist „hat“ die konjugierte Form des Hilfsverbs, und „gemacht“ das Partizip des Vollverbs. Zusammen bilden sie das zweiteilige Prädikat und stehen – wie in der Regel – an zweiter und letzter Position des Hauptsatzes.

Anders sieht es im Fragesatz aus. Dort wandert die konjugierte Verbform an den Anfang. So heißt es beispielsweise: Hat er die Aufgabe gemacht? Hier steht das erste Teil des Prädikats – „Hat“ – ganz vorne, und das zweite Teil – „gemacht“ – wie gewohnt am Ende. Das Prädikat ist also immer noch zweiteilig, aber seine Bestandteile umschließen den Rest des Satzes.

Das gilt besonders bei Hauptsätzen mit Verbzweitstellung. Bei Nebensätzen hingegen rückt das konjugierte Verb ans Ende, z. B.: …, weil er die Aufgabe gemacht hat. Auch hier ist das Prädikat zweiteilig – nur die Stellung verändert sich.

Wer die Struktur versteht, findet im deutschen Satzbau leichter zurecht – besonders in der schriftlichen und mündlichen Ausdrucksweise.

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