Wann fängt ein junger Hahn an zu krähen?

Wer schon mal in der Früh vom Krähen eines Hahns geweckt wurde, kennt das Bild: Die Sonne geht auf, der Hahn kräht – als wäre er ein lebendiger Wecker. Doch das ist nur ein altes Missverständnis. Tatsächlich beginnen Hähne nicht erst mit dem ersten Licht, sondern oft schon lange vor der Dämmerung.

Forscher haben herausgefunden: Der Hahn folgt nicht dem Tageslicht, sondern seiner inneren Uhr. Diese biologische Uhr tickt so zuverlässig, dass Hähne jeden Morgen zur gleichen Zeit krähen – egal ob es gerade hell ist oder nicht. Selbst in dunklen Ställen ohne Fenster geben sie ihr „Kikeriki“ exakt im Tagesrhythmus von etwa 24 Stunden von sich.

Ein junger Hahn beginnt übrigens mit etwa vier bis fünf Monaten, leise zu krähen – erst später wird sein Ruf voll und laut. Doch warum kräht er überhaupt? Es ist kein Zufall, dass er gerade am Morgen besonders eifrig ist. Das Krähen dient als Markierung seines Territoriums und als Warnung an andere Hähne: „Ich bin hier, das ist mein Revier!“ Gleichzeitig signalisiert er den Hennen, dass er da ist – eine Mischung aus Revierverhalten und Angeberei.

Die Sonne spielt dabei kaum eine Rolle. Selbst bei bewölktem Himmel oder im Stall ohne Tageslicht kräht der Hahn pünktlich. Er braucht kein „Aufgehen der Sonne“, um zu wissen, dass der neue Tag beginnt – seine innere Uhr reicht völlig aus.

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