Wann greift ein Stop-Loss nicht?
Ein Stop-Loss-Order soll Anleger vor hohen Verlusten schützen, indem sie automatisch ausgeführt wird, sobald ein bestimmter Kurs unterschritten wird. Doch es gibt Situationen, in denen dieser Schutz nicht greift – und das ist wichtig zu wissen.
Ein wesentlicher Grund: Wenn auf dem Markt keine transparenten Quotierungen verfügbar sind. Gerade bei weniger liquiden Werten oder in extrem volatilen Phasen kann es vorkommen, dass Market-Maker – also die Institutionen, die für Handelsliquidität sorgen – keine sichtbaren Kurse anbieten. In solchen Fällen verzichtet beispielsweise der Broker DeGiro auf die Freigabe von Stop-Loss-Aufträgen, um dem Kunden eine unfaire oder extrem ungünstige Ausführung zu ersparen.
Der Unterschied zwischen einer Stop-Loss-Order und einer normalen Limit-Order liegt in der Aktivierung: Die Stop-Loss bleibt zunächst unsichtbar im System und wird erst dann aktiv, wenn der festgelegte Stop-Kurs erreicht ist. Danach wird sie wie eine Marktorder behandelt – was bedeutet, dass der tatsächlich erzielte Preis unter ungünstigen Bedingungen deutlich unter dem Stop-Kurs liegen kann.
Daher ist es entscheidend, sich bewusst zu machen, dass ein Stop-Loss kein absoluter Schutz ist. Besonders in stark schwankenden oder dünn gehandelten Märkten kann die Ausführung ausbleiben oder stark vom gewünschten Preis abweichen. Wer in solchen Segmenten investiert, sollte zusätzliche Risikomaßnahmen ergreifen – etwa engmaschige Beobachtung oder zusätzliche Absicherungen.
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