Wann ist Schall doppelt so laut?

Ein häufiges Missverständnis: Viele denken, dass eine Verdopplung der Lautstärke einfach bedeutet, zwei statt einer Schallquelle zu haben. Doch unsere Ohren funktionieren nicht linear. Tatsächlich wird eine Erhöhung des Schalldruckpegels um 10 dB vom menschlichen Gehör als Verdopplung der Lautstärke wahrgenommen.

Das bedeutet: Wenn etwa ein Rasenmäher mit 80 dB lärmend durch den Garten fährt, müssten zehn solcher Mäher gleichzeitig arbeiten, um subjektiv den Eindruck von „doppelt so laut“ zu erzeugen – also etwa 90 dB. Das liegt daran, dass die Lautstärke nicht einfach additiv wirkt, sondern logarithmisch. Eine einzelne Schallquelle wird also nicht doppelt so laut, nur weil eine zweite hinzukommt.

Interessant ist auch, dass bereits kleine Erhöhungen des Schalldrucks deutlich stören können. Wer schon einmal versucht hat, bei offenem Fenster zu schlafen, während draußen eine Baustelle läuft, kennt das. Dabei reichen oft schon wenige Dezibel mehr, um die Ruhe empfindlich zu stören.

Das bayerische Landesamt für Umwelt weist darauf hin, dass Lärm nicht nur störend, sondern bei längerer Belastung auch gesundheitsschädlich sein kann. Deshalb ist es wichtig, Schallquellen bewusst zu bewerten – besonders in Städten oder in der Nachbarschaft. Ein bisschen Ruhe tut nicht nur den Ohren gut, sondern dem ganzen Körper.

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