Das Holzkreuz als würdevolles Übergangsgrabmal

Nach der Beerdigung eines geliebten Menschen beginnt für die Angehörigen eine schwere Zeit der Trauer. Gleichzeitig müssen viele praktische Entscheidungen getroffen werden. Eine der häufigsten Fragen betrifft das erste Grabmal: Wann kommt das Holzkreuz auf das Grab?

Direkt nach der Beisetzung, sei es bei einem Erd- oder einem Urnengrab, wird traditionell ein provisorisches Grabkreuz aus Holz aufgestellt. In einigen Regionen Deutschlands ist es auch als Friedhofskreuz, Sterbekreuz oder Totenkreuz bekannt. Dieses dient dazu, die Grabstätte sofort kenntlich zu machen und dem Verstorbenen einen würdigen Namensträger zu geben, noch bevor das eigentliche Grabmal gestaltet ist.

Der Grund für diese Übergangslösung ist vor allem praktischer Natur: Nach einer Erdbestattung muss sich das Erdreich über viele Monate hinweg erst setzen und verdichten. Würde man sofort einen schweren Grabstein aufstellen, könnte dieser einsinken oder in Schieflage geraten. Das leichte Holzkreuz hingegen bleibt in der Regel für etwa zwölf Monate auf dem Grab stehen. Diese Zeitspanne gibt den Hinterbliebenen zudem die nötige Ruhe, um ohne Zeitdruck ein dauerhaftes Denkmal auszuwählen.

Sobald der Boden stabil genug ist, wird das hölzerne Kreuz schließlich durch den finalen Grabstein ersetzt. Das alte Kreuz wird dann meist von der Friedhofsverwaltung oder dem Steinmetz behutsam entfernt und den Angehörigen übergeben, die es als persönliches Erinnerungsstück im eigenen Garten aufstellen oder würdevoll entsorgen können.

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