Wann drohen Strafzinsen auf Spareinlagen?

Wer sein Geld sicher verwahren möchte, legt es meist auf einem Sparkonto oder Tagesgeldkonto bei der Bank an. Doch was einst eine sichere Einnahmequelle war, kann heute unter Umständen ins Gegenteil umschlagen: Strafzinsen. Das bedeutet, dass der Sparer statt Zinsen einen Aufschlag zahlen muss, um sein eigenes Geld auf der Bank zu lassen.

Im Regelfall müssen Verbraucher erst mit Strafzinsen rechnen, wenn sie größere Beträge angelegt haben – meist ab 100.000 Euro. Allerdings verlangen viele Banken erst ab deutlich höheren Summen, etwa 250.000 oder 500.000 Euro, Negativzinsen. Diese Praxis hat sich in den letzten Jahren verstärkt, vor allem seit der EZB die Zinsen stark gesenkt hat, um die Konjunktur anzukurbeln.

Die Volksbank Reutlingen war 2017 eine der ersten, die Strafzinsen für alle Privatkunden einführte – unabhängig von der Höhe der Einlage. Dies löste damals große Diskussionen aus. Mittlerweile haben andere Institute ähnliche Maßnahmen ergriffen, oft mit Staffelungen: Je mehr Geld angelegt wird, desto höher fällt der Strafzins aus.

Um seine Ersparnisse zu schützen, lohnt es sich, die Konditionen der eigenen Bank genau zu prüfen. Manche Institute bieten Schonkonten an, bei denen bis zu einer bestimmten Summe keine Strafzinsen anfallen. Alternativ können Sparer auch überlegen, ob eine Streuung der Anlagen sinnvoll ist – etwa durch Investitionen in ETFs, Immobilien oder andere sichere Anlageformen, die langfristig stabile Renditen versprechen.

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