Wann reimen sich zwei Wörter?

Reime begegnen uns jeden Tag – im Lied, im Gedicht, im Kinderreim. Doch wann genau reimen sich zwei Wörter eigentlich? Die Antwort liegt im Klang. Zwei Wörter reimen sich, wenn sie vom letzten betonten Vokal an gleich klingen.

Das bedeutet: Es kommt nicht darauf an, wie die Wörter geschrieben werden, sondern wie sie gesprochen werden. Nehmen wir zum Beispiel „Haus“ und „Baum“. Beide enden auf einen langen Vokal, aber mit unterschiedlichen Lauten danach – sie reimen sich also nicht. Anders ist es bei „Haus“ und „Graus“. Beide beginnen mit unterschiedlichen Lauten, aber ab dem betonten „au“ klingen sie gleich. Das reicht schon für einen Reim.

Wichtig ist der betonte Vokal – also derjenige, der beim Sprechen hervorgehoben wird. Bei „blühen“ und „führen“ klingen die Endungen zwar ähnlich, der Akzent liegt aber auf verschiedenen Silben. Der Reim funktioniert deshalb nur bedingt. Besser passt „blühen“ mit „schlüpfrig“ – hier klingen die Laute ab dem betonten „ü“ überein.

Reime müssen nicht perfekt sein. In der Umgangssprache oder in Rap-Texten genügen oft nur ähnliche Endklänge – sogenannte unvollkommene Reime. Dennoch bleibt die Regel: Der Klang ab dem betonten Vokal macht den Unterschied. Ob beim Dichten oder beim Spielen mit Worten – ein gutes Gehör ist dabei die beste Hilfe.

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