Wann treten dissoziative Störungen auf?
Dissoziative Störungen sind selten, aber keineswegs unbekannt. Schätzungen zufolge erlebt etwa zwei bis vier Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben eine solche Episode. Das bedeutet, dass die Gedanken, Erinnerungen, Identität oder Wahrnehmung plötzlich wie abgespalten wirken – als würde man sich selbst von außen betrachten oder die Umwelt als unwirklich empfinden.
Die meisten Betroffenen erleben den ersten Vorfall bereits in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Experten zufolge tritt die Störung meist vor dem 30. Lebensjahr erstmals auf. Mit fortschreitendem Alter sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Erstmanifestation deutlich. Das bedeutet jedoch nicht, dass Ältere nicht betroffen sein können – vielmehr legt die Statistik nahe, dass die entscheidenden Auslöser oft in jungen Jahren liegen.
Ursachen sind meist traumatische Erlebnisse, insbesondere in der Kindheit. Psychische Abwehrmechanismen, die ursprünglich dazu dienen, überwältigenden Stress zu bewältigen, können sich im Laufe der Zeit zu dauerhaften Muster entwickeln. Dazu gehören Gedächtnislücken, emotionale Distanz oder das Gefühl, nicht wirklich anwesend zu sein.
Obwohl die genauen Hintergründe komplex sind, zeigt sich: Frühe Aufmerksamkeit und geeignete Unterstützung können viel bewirken. Wer sich wiederholt „abwesend“ oder entfremdet fühlt, sollte sich nicht allein damit fühlen. Hilfe holen ist der wichtigste Schritt – denn auch wenn die Symptome beängstigend wirken, sind sie behandelbar.
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