Wann „keiner“ und ähnliche Wörter klein geschrieben werden

Im Deutschen gibt es bestimmte Wörter, die – obwohl sie substantivisch klingen – meist klein geschrieben werden. Dazu gehören Ausdrücke wie keiner, jeder, beide, viele oder wenige. Diese Wörter gehören zur Gruppe der Indefinitpronomen und werden nur dann großgeschrieben, wenn sie allein stehen und klar als Substantiv gemeint sind.

Im Alltag schreibt man zum Beispiel: „Die einen kamen zu spät, die anderen erschienen gar nicht.“ Hier sind „die einen“ und „die anderen“ beschreibend und bleiben deshalb klein. Genauso: „Niemand war zufrieden“ oder „Nicht wenige staunten über das große Angebot“. Auch in diesem Fall bleibt „wenige“ klein, weil es als unbestimmter Mengenbegriff fungiert.

Ein Unterschied entsteht nur, wenn die Wörter im Satz klar als Substantiv auftreten – also als Ersatz für eine Person oder eine Gruppe stehen, ohne dass ein Artikel vorangeht. Dann wäre „Keiner von uns“ als Satzanfang korrekt mit großem „K“, aber nur, weil es am Satzanfang steht. Innerhalb des Satzes wäre „keiner“ dann wieder klein: „Er sagte, keiner hätte angerufen.“

Ein gutes Beispiel ist auch die Eröffnung einer Ausstellung: „Zur Eröffnung kamen viele, und nicht wenige waren beeindruckt.“ Hier zeigen die kleinen Wörter eine unbestimmte Menge an Menschen an – keine feste Bezeichnung, also keine Großschreibung nötig. Die Regel folgt also oft der Funktion im Satz: beschreibend und klein – oder ersetzt substantivisch und dann eventuell groß. Doch meist bleibt es bei der Kleinschreibung.

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