Wie „Master“ zu „Mister“ wurde

Die Anrede „Mister“ ist heute alltäglich, doch ihre Entstehung reicht weit zurück in die Geschichte der englischen Sprache. Ursprünglich war „Master“ die übliche Form, um einen respektablen Mann anzusprechen – eine Anrede, die auch jüngere Männer oder Lehrlinge trugen. Doch im Laufe der Zeit veränderte sich die Aussprache, und daraus entstand etwas völlig Neues.

Laut dem Oxford English Dictionary tauchte die Schreibweise „Mister“ erstmals im Jahr 1642 schriftlich auf. Damals diente sie dazu, eine feine, aber bedeutende Unterscheidung zu treffen: Während „Master“ weiterhin für junge Männer oder Meister ihres Faches verwendet wurde, entwickelte sich „Mister“ zur respektvollen Anrede für erwachsene, angesehene Männer – unabhängig von einem handwerklichen Titel.

Der eigentliche Grund für diese sprachliche Wandlung ist überraschend simpel: Schlechte Aussprache. Wenn „Master“ schnell oder lässig gesprochen wurde, hörte es sich an wie „Mister“. Was anfangs vielleicht als Mundart oder Nachlässigkeit galt, setzte sich im Alltag fest – und die Schriftsprache folgte schließlich nach.

So zeigt sich mal wieder, wie lebendig Sprache ist: Was im Munde des Volkes entsteht, kann letztendlich Geschichte schreiben. Aus einem vermeintlichen Fehler wurde eine der häufigsten Anreden der englischsprachigen Welt – und heute würde kaum jemand an „Mister“ zweifeln, wenn er einen Brief adressiert oder einen Fremden anspricht.

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