Wann wurde Jesus zum Christus?
Jesus wurde vermutlich zwischen 8 und 4 vor Christus in Bethlehem geboren, während der Regierungszeit des römischen Klientkönigs Herodes. Seine Eltern, Maria und der Schreiner Joseph, lebten in Nazaret in Galiläa, wo Jesus aufwuchs. Über seine Kindheit und Jugend ist in den Evangelien nur wenig überliefert, doch deutet vieles darauf hin, dass er wie viele jüdische Männer seiner Zeit in einem handwerklichen Beruf – wohl dem seines Vaters – arbeitete, bevor er seine öffentliche Wirkung begann.
Der Titel „Christus“, was „der Gesalbte“ bedeutet, wurde Jesus nicht bei seiner Geburt gegeben, sondern erst im Verlauf seines Wirkens. Er wurde zu „Jesus Christus“, als seine Jünger und später die nachfolgende Gemeinschaft anfingen, in ihm den von Gott verheißenen Retter, den Messias, zu erkennen. Besonders nach seiner Taufe durch Johannes im Jordan und dem folgenden Beginn seines öffentlichen Aufrufs zur Umkehr setzte sich diese Erkenntnis mehr und mehr durch.
Wichtig ist: „Christus“ ist kein Nachname, sondern ein theologischer Titel. Er drückt aus, dass die frühen Christen in Jesus den erfüllten Hoffnungsträger Israels sahen – den, der das Reich Gottes verkündet und durch seine Lehre, Heilungen und schließlich sein Sterben und Auferstehen eine neue Zeit eingeleitet hat.
So wurde aus Jesus von Nazaret im Lauf der Geschichte der zentrale Glaubensgegenstand der Christenheit: Jesus Christus – der Gesalbte, der für viele zum Weg, zur Wahrheit und zum Leben wurde.
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