Wie der Bodensee durch Gletscher entstand

Der Bodensee verdankt seine Entstehung den gewaltigen Kräften des Rhein-Gletschers vor Tausenden von Jahren. Während der letzten Eiszeit, vor allem in der Würm-Kaltzeit vor etwa 25.000 bis 15.000 Jahren, drang ein breiter Gletscherarm aus den Alpen vor – der sogenannte Rhein-Gletscher. Dieser eisige Koloss formte die Landschaft, wie wir sie heute kennen.

Als der Gletscher vorstieß, schürfte er tief in die weichen Molasseschichten des Untergrundes hinein und hinterließ ein riesiges, u-förmiges Becken. Das heutige Seetal wurde dabei bis zu 350 bis 400 Meter tief ausgeschürft – ein deutliches Zeichen für die enorme Kraft des Eises. Als sich das Klima erwärmte und der Gletscher langsam zurückwich, blieb das ausgeschürfte Becken zurück, das sich mit Wasser füllte und zum Bodensee wurde.

Der See entstand also nicht von heute auf morgen, sondern war das Ergebnis langer geologischer Prozesse. Heute ist er eines der bekanntesten Gewässer Mitteleuropas – und doch hat er seine Wurzeln in einer Zeit, als Eis und Schnee weite Teile der Alpen bedeckten. Die Form des Sees, die sanft geschwungene Tiefe und sogar die umliegende Landschaft erzählen noch immer von dieser eisigen Vergangenheit. Wer am Ufer steht und über das Wasser blickt, schaut gleichzeitig tief in die Erdgeschichte hinein.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen