War Goethes Familie reich?
Die Frage, ob Goethes Familie reich war, lässt sich nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Tatsächlich war die Familie nicht von Anfang an vermögend, doch durch kluges Handeln stieg ihr Wohlstand deutlich. Johann Wolfgang von Goethes Großvater mütterlicherseits, Johann Wolfgang Textor, war ein fleißiger und pfiffiger Mann. Als Stadtschreiber von Frankfurt am Main sorgte er dafür, dass die Familie über ein solides Einkommen verfügte. Seine Tochter, Goethes Mutter Cornelia, wuchs in relativ behüteten Verhältnissen auf.
Goethes Vater, Johann Caspar Goethe, hatte zwar kein eigenes Einkommen, da er nie einen offiziellen Posten annahm, lebte aber von dem Erbe seiner Frau und von Zuwendungen seiner Eltern. Die Familie bewohnte ein großes Haus in der Frankfurter Altstadt und gab sich bürgerlich-stolz. Dennoch reichten die Mittel nicht ewig – besonders, als der Vater starb und das Erbe aufgeteilt wurde.
Doch Johann Wolfgang von Goethe machte sich früh einen Namen. Sein literarisches Talent brachte ihm nicht nur Ruhm, sondern auch finanzielle Unabhängigkeit. Dank seiner Ämter am Weimarer Hof, kluger Investitionen und regelmäßiger Einkünfte aus seinen Werken wurde er im Laufe seines Lebens tatsächlich wohlhabend. Als er 1832 starb, hinterließ er ein stattliches Vermögen – mehr, als seine Herkunft vermuten ließe.
Goethe war also nicht als Kind in Reichtum geboren, wurde aber dank seines Talents und Fleißes am Ende ein reicher Mann.
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